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JÜRGEN MESSENSEE

1936 geboren in Wien
Lebt und arbeitet in Wien

Jürgen Messensee Messensee
Jürgen Messensee in seiner Installation
„Piscina di Venere“, 2006 im Essl Museum
Metrofrau, 2002
Acry und Jetprint auf Leinwand
170 x 240 cm



Persönliche Daten

1955 – 60 Studium an der Akademie der Bildenden Künste, Wien (bei Sergius Pauser)
1970 Prix National du 2e Festival International de Peinture, Cagnes-sur-Mer
1973-2000 Mitglied der Wiener Secession
1993 Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst / Malerei und Grafik
2007 Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien


Zum Werk

Der österreichische Maler Jürgen Messensee reflektiert in seinem Werk mit besonderer Nachhaltigkeit die Realität: er zieht sie heran und transformiert sie zu eindringlichen, zeitlosen Bildern. Die Malerei ist für ihn eine Disziplin, die die Welt betrachtet und eine neue Wirklichkeit schafft. „Die Bilder ziehen sich ihre Farben nicht an, um zu beweisen, dass sie da sind, gefangen auf ihrem Untergrund, und dann bedeuten sie halt irgendwie Kunst, sondern diese Bilder stellen ihre Arbeit des Entstehens und des dann in sich Fortschreitens aus“ 1. (Elfriede Jelinek)

Das zentrale Thema seiner Malerei, Grafik, Plastik und Art Projektion ist die Frau, wobei der weibliche Körper als Sinnbild für das ewig Schöne und Weibliche steht.


Peter Land   Peter Land
Infantinnen, 1985
Öl auf Leinwand
200 x 223 cm
  Frau mit kariertem Kleid, 1984
Acryl auf Leinwand
114 x 89 cm


Die „Infantinnen“, 1993 in einer Ausstellung im Wiener Kunsthistorischen Museum gezeigt, sind eine direkte Gegenüberstellung der Porträts des spanischen Hofmalers mit den malerisch-zeichnerischen Neuschöpfungen Jürgen Messensees. Zu diesen Arbeiten schrieb Elfriede Jelinek den Text „Prinzessinnen! Brennendes Unterholz!“. Im umfangreichen Werkblock zu Velázquez demonstriert er seine gestalterische Virtuosität: Kürzelhafte, serielle Zeichen, die sein Werk bis heute prägen. Mit unmittelbarem gestischen Strich, bereit zum Wechsel zwischen naturalistischem Abbild und malerischer Offenheit. Der Betrachter wird eingeladen, dem Verlauf der Linie zu folgen, wie sie sich entfaltet – kratzig und feinnervig.

In den neueren Arbeiten wird der weibliche Akt bei Jürgen Messensee zum Katamaran, einem Doppelakt, der das Weibliche langsam entfaltet – Doppelbrüste, Nabel, das etwas tiefer liegende Dreieck. Der grellrote Mund als sinnliche Abbreviatur, Hände mit langen blutroten Fingernägeln und Brüste in violett sind Huldigungen an die weibliche Schönheit. In der malerischen Erforschung des weiblichen Körpers öffnet Messensee den Bildraum durch das Einschneiden und Umklappen der Bildteile aus Leinwand, Papier oder Karton. Die Sinnlichkeit dieser oft großformatigen Arbeiten resultiert auch aus dem kraftvollen Malduktus und der subtilen Farbpalette in berauschenden Rot-, Violett-, Blau- und Gelbtönen.


Maria-Theresia Moritz und Adelheid Sonderegger

1) siehe: Jelineks Texte zur Kunst: Jürgen Messensee: beste arbeit!, auf:
www.elfriedejelinek.com




Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum

2011 FOCUS: ABSTRAKTION. Werke aus der Sammlung Essl
2008 KOMPLEX. Österreichische Gegenwartskunst aus der Sammlung Essl, Dortmund
2006 MESSENSEE - ZOOM
2006 ÖSTERREICH: 1900-2000 Konfrontationen und Kontinuitäten
2005 Colección Essl. Arte contemporáneo austriaco y pintura de la Posguerra, Monterrey; Mexico City
2003 DIE FIGUR IN DER MALEREI. Österreichische Malerei
zwischen 1960-1990. Hans Fronius zu Ehren
2003 NEUANKÄUFE
2000 PERMANENT 01
1999 the first view
1998 Umbruch – Kunst der 60er Jahre aus der Sammlung Essl
1997 Utopie und Weltschmerz – Arbeiten auf Papier
1996 Malerei in Österreich 1945-1995. Die Sammlung Essl, Künstlerhaus Wien
1991 Das Jahrzehnt der Malerei 1980-1990, Kunstforum Wien; und viele andere Stationen in den folgenden Jahren



Weblink

www.messensee.com >>


Weiterführende Literatur zu diesem Künstler finden Sie in der Bibliothek >> des Essl Museums.
updated: 13.12.2011